Die Existenzanalyse und Logotherapie gehen auf den österreichischen Neurologen und Psychiater Viktor E. Frankl (1905-1997) zurück, welcher während des zweiten Weltkriegs vier Konzentrationslager überlebte. Seine Erfahrungen schildert er in seinem 1946 erschienenen Buch "..trotzdem Ja zum Leben sagen".
Im Mittelpunkt von Existenzanalyse und Logotherapie steht nicht die Krankheit, sondern der Mensch in seiner konkreten Lebenssituation. Dieser Ansatz fragt nicht zuerst: Was stimmt nicht? Sondern: Wie lebt ein Mensch – und was fordert sein Leben ihm gerade ab?
Existenzanalyse und Logotherapie gehen davon aus, dass jeder Mensch – auch unter schwierigen Bedingungen – ein Wesen ist, das nach Sinn, Orientierung und innerer Stimmigkeit sucht.
Zentrale Fragen sind:
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Was ist mir in dieser Situation möglich?
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Wo liegen meine Grenzen – und wo meine Freiheit?
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Wofür trage ich Verantwortung, und wofür nicht?
Diese Fragen stellen sich besonders dann, wenn das Leben nicht planbar ist.
In der Logotherapie wird Sinn nicht als etwas verstanden, das man sich einredet.
Sinn zeigt sich vielmehr darin, wie ein Mensch zu seiner Situation Stellung nimmt.
Gerade für Angehörige kann das entlastend sein:
Nicht alles ist lösbar.
Nicht alles liegt in der eigenen Hand.
Aber die eigene Haltung bleibt gestaltbar.
Ein wichtiger Aspekt dieses Ansatzes ist der respektvolle Umgang mit Grenzen.
Existenzanalyse und Logotherapie laden dazu ein,
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Verantwortung anzunehmen, wo sie möglich ist
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und Verantwortung dort zurückzugeben, wo sie überfordert
Das schützt vor Selbstaufgabe – ohne Gleichgültigkeit zu fördern.
Existenzanalyse und Logotherapie sind besonders dort hilfreich,
wo keine schnellen Lösungen möglich sind.
Wo Fragen offen bleiben.
Und wo Menschen dennoch weitergehen müssen.
Gerade Angehörige finden darin oft etwas Entscheidendes:
Orientierung, innere Klarheit und eine Haltung, die langfristig tragfähig ist.
Existenzanalyse nach Viktor Frankl